Kalibrierschein im Rahmen der DAkkS-Akkreditierung | FAQ's

1. Warum benötigt ein IATF 16949 zertifiziertes Unternehmen ein Kalibrierzertifikat im Rahmen einer DAkkS-Akkreditierung für seine Messmittel ?

Eigentlich ganz einfach ... 

Um einen Kalibrierschein im Rahmen einer DAkkS-Akkreditierung erstellen zu können, muss ein Kalibrierlabor hierfür nach den Regeln der DIN EN ISO/IEC 17025 durch die DAkkS akkreditiert sein. Die Akkreditierung selbst wird durch regelmäßig stattfindende Begutachtungen durch die DAkkS überprüft und aufrecht erhalten.

Sowohl das Kalibrierlabor selbst als auch die angewandten Verfahren der Kalibrierung sind dabei Teil der Begutachtung. Die Laborkompetenz zur Einhaltung der entsprechenden Regelwerke wird in der Akkreditierungsurkunde sowie der Anlage zur Akkreditierungsurkunde bestätigt.

In diesem Rahmen wird auch sichergestellt, dass die Messwerte, die mit dem kalibrierten Messmittel erfasst werden, auf die nationale Normale der PTB zurückgeführt werden können.

 

2. Welche Anforderung stellt die IATF 16949 an die Kalibrierung ?

In der IATF 16949 wird die Anforderung an externe Labore beschrieben. "Externe, kommerzielle oder unabhängige Prüflabore  [...]  müssen entweder nach ISO/IEC 17025 oder einer vergleichbaren nationalen Norm akkreditiert sein - wobei die betreffende Prüfung, Messung oder die betreffende Kalibrier-Dienstleistung in den Umfang der Akkreditierung (des Zertifikats) eingeschlossen sein muss. Kalibrierzertifikat oder Prüfbericht müssen ein Akkreditierungszeichen (ein Siegel) der nationalen Akkreditierungssgesellschaft tragen. [...] "

 

3. Wer ist für was akkreditiert ?

Grundlage der Akkreditierung eines Kalibrierlabors ist die DIN EN ISO 17025, in der die Anforderungen an die Kompetenz sowohl in organisatorischer als auch in technischer Sicht festgelegt sind. In Deutschland hat die zuständige "Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH" DAkkS insgesamt 546 Kalibrierlabore (Stand Ende Oktober 2022) akkreditiert.

Die beste Übersicht bietet die Datenbank aller DAkkS-akkreditierten Stellen.

Ob das von Ihnen beauftragte Kalibrierlabor geeignet ist, können Sie anhand der Antwort zu den folgenden Kriterien feststellen. (Die Informationen hierzu finden Sie in der Anlage zur Akkreditierungsurkunde Ihres Dienstleisters.)

Anlage zur Akkreditierung Kalibrierlabor

3.1 Ist die Messgröße im Akkreditierungsumfang des Kalibrierlabors enthalten ?

In der Urkunde zur Akkrditierung sind auf der ersten Seite immer die akkreditierten Messgrößen aufgeführt.

3.2 Ist ein eindeutiges Messverfahren für das zu kalibrierende Objekt akkreditiert ?

In der Anlage zur Akkreditierungsurkunde werden in der Spalte "Messbedingungen/Verfahren" die Normen und Verfahren aufgeführt, nach denen die Kalibrierung erfolgt. Diesen Normbezug finden Sie dann in der Regel auf der zweiten Seite Ihres Kalibrierscheins wieder. Durch diese eindeutigen Normen und Verfahren soll sichergestellt werden, dass Kalibrierscheine unterschiedlicher Labore miteinander verglichen werden können.

3.3 Ist der Messbereich durch die Akkreditierung abgedeckt ?

Die Spalte Messbereich/Messspanne gibt den kleinsten und den größten Messwert an, der in einem Kalibrierschein auf die Normale der PTB zurückgeführt werden kann. Wenn ein Kraftmessgerät z.B. mit einer nominalen Kraft F(n) von 10 N kalibriert wird, muss das Labor in der Lage sein ab 2 N zu messen.

3.4 Passt die kleinste angebbare Messunsicherheit des Labor zur Fehlergrenze Ihres Messgerätes ?

Wenn das Messgerät laut Hersteller eine Messunsicherheit von 0,1% aufweist, die kleinste angebbare Messunsicherheit des Labors ebenfalls 0,1% beträgt, führt dies zumeist dazu, dass das Labor die Konformität nicht bestätigen kann. Daher sollten Sie darauf achten, dass die kleinste angebbare Messunsicherheit in der Akkreditierungsurkunde des Labors immer wersentlich kleiner ist, als die Fehlergrenze Ihres Messmittels.

 

4. Wie unterscheidet sich ein ISO-Schein von einem Kalibrierschein im Rahmen der DAkkS-Akkreditierung?

Ein sogenannter ISO-Schein ist der Marketing-Name für einen Werks-Kalibrierschein. Die Erstellung dieser Kalibrierscheine unterliegt keinen festgelegten und von externer Stelle begutachteten Verfahren. Auch wenn das Kalibrierlabor nach DIN ISO IEC 17025 akkreditiert ist, entspricht ein Werkskalibrierschein (oder ISO-Schein) nicht den Anforderungen der IATF 16949.

Eine der wichtigsten Angaben im Kalibrierschein ist die "Messunsicherheit" des Kalibriergegestands. In Werks- oder ISO-Kalibrierscheinen fehlt diese Angabe oft oder es wird lediglich die Messunsichertheit des Refenzsystems angegeben, da die Berechnung exakte Ermittlung der Messwerte mit validierten Kalibrierverfahren erfordert. Anhand dieser Messwerte und der gerätespezifischen Erfahrung für die Messunsichertheitsbetrachtung, kann ein akkreditiertes Kalibrierlabor einen realistischen Schätzwert der Messunsicherheit ermitteln.

 

5. Müssen Kalibrierscheine im Rahmen einer DAkkS-Akkreditierung teurer sein als Werks- oder ISO-Scheine ?

Nein! Wenn das Verfahren identisch ist, ist der Aufwand für die Messung und Erstellung eines Kalibrierscheins lediglich vom Organisationsgrad und der Effizienz des Labors abhängig. Zusätzliche Kosten entstehen für das Kalibrierlabor mit der Akkreditierung und regelmäßigen Begutachtung durch die Mitarbeiter und Begutachter der DAkkS.

In der Regel werden diese Kosten auf die Kalibrierscheine aufgeschlagen. Kalibrierlabore, die viele Kalibrierscheine für eine bestimmte Messgröße im Rahmen der DAkkS-Akkreditierung erstellen, sind daher unwesentlich teurer als Labore, die lediglich Werks- oder ISO-Kalibrierungen anbieten, sofern diese validierten Verfahren angepasst sind.

 

 


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